Jul 112011
 

„Man kann sich in Sportarten leistungsmäßig nicht nur dadurch verbessern, dass man sie ausschließlich betreibt. Die Erhöhung der allgemeinen konditionellen, koordinativen Fähigkeiten und der Beweglichkeit des Sportlers stellen die Grundlage für die Steigerung der speziellen Leistung dar.“

Eckart Meyners lehrte an der Universität Lüneburg Bewegungs-, Gesundheitstheorie, Reitpädagogik, Leichtathletik und Badminton. Seit 35 Jahren befasst er sich mit der Bewegungslehre im Reiten und hat zu diesem Thema viele Fachbücher sowie mehr als 200 Aufsätze veröffentlich. Er schult für die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) Landestrainer, Ausbilder, Richter und Reiter und ist Mitglied des FN-Arbeitskreises ‘Reiten im Schulsport’. Außerdem lehrt er in den USA und mehreren Ländern Europas. Eckart Meyners ist international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Bewegungslehre des Reitens.

Ein geschmeidiger Reitersitz und ein gefühlvolles Einwirken auf das Pferd sind Grundlage für den angestrebten harmonischen Dialog zwischen Reiter und Pferd. Durch unterschiedliche Defizite des Menschen wird dieser oftmals gestört. Selbst kleinste Verspannungen des Reiters lösen falsche Reaktionen des Pferdes aus, obwohl der Reiter eigentlich alles richtig machen möchte. Diese Verspannungen können körperliche Ursachen, aber auch emotionale Hintergründe haben.

Da Sitzprobleme beim Reiter meist sehr vielschichtig sind, hat Eckart Meyners ein integratives Bewegungskonzept entwickelt, das mit verschiedenen wissenschaftlichen Ansätzen arbeitet. Erkenntnisse aus den Bereichen Neurophysiologie, Neurobiologie, Angewandte und behaviorale Kinesiologie, Psychomotorik, Bewegungstheorien der Außen- und Innensicht, Physiotherapie, Reedukationstheorien, Trainingswissenschaft, Psychologie, Sportpädagogik erfassen den Reiter ganzheitlich. Würde Meyners sich nur auf die körperlichen Aspekte des Reiters beschränken, könnten Probleme bei Bewegungssteuerungen des Gehirns oder Blockaden im emotionalen Bereich nicht ergründet werden. Geleitet wird Eckart Meyners von einem Menschenbild, das den Reiter nicht als einen vom Ausbilder bewegten Körper sieht, sondern als ein Wesen versteht, das sich bewegt und imstande sein soll, selbständig für sich und das Pferd Entscheidungen treffen zu können.

Ist die Ursache des reiterlichen Bewegungsmangels gefunden, können die speziellen Übungen des meynerschen Konzeptes den Reiter dahingehend verändern, dass ein störungsfreier Dialog zwischen Reiter und Pferd stattfinden kann. Dialog meint hier eine Kommunikation zwischen Reiter- und Pferdekörper. Dabei stellt der Dialogbegriff eine Metapher (ein Bild) der Auseinandersetzung dar. Die Übungen können folgende Bereiche betreffen: Muskeln, Sehnen, Bänder; konditionelle Fähigkeiten wie u.a. Kraft und Ausdauer; koordinative Fähigkeiten wie u.a. Gleichgewicht und Rhythmusfähigkeit; Defizite bei der Steuerung der Augen; Koordinationsprobleme der linken und rechten Hemisphäre; emotionale Zustände wie Angst oder Aggression; Defizite im frühkindlichen Stadium; etc.

Um die Beweglichkeit des Beckens als die zentrale Kommunikationsstelle zwischen Reiter und Pferd zu verbessern, entwickelte Eckart Meyners zusammen mit seinem Schwager den BALIMO. Dieser Stuhl führt zu einer erhöhten Beweglichkeit im Becken, entwickelt Sensibilität für den gesamten Körper, führt den Menschen durch Stimulierung der nicht willentlich beeinflussbaren Muskeln zu einer natürlichen aufrechten Haltung auf dem Pferd und im Alltag, reaktiviert Körperbereiche, die lange Zeit nicht mehr aktiv an Ganzkörperbewegungen beteiligt waren und führt durch Entspannung auch zu einem emotionalem Wohlbefinden.

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